Von der Kraft der Baumknospen und jungen Triebsprossen

In der Knospe ist die energetische  Information einer  ganzen  Pflanze enthalten. Eine Knospe besteht aus embryonalem Pflanzengewebe (Meristeme), welches im Frühling ihren Höhepunkt der teilenden Pflanzenzellen erreicht hat. Sie verfügt über eine Menge Aminosäuren, Phytoproteine, Enzyme und Pflanzenhormone; noch lebendiger geht es eigentlich nicht. Sie enthält außerdem Vitamine, Mineralstoffe und entsprechend der einzelnen Pflanze, wenig ausgebildete sekundäre Inhaltstoffe.

Knospen von Bäumen und Sträuchern erhalten und schützen unsere Gesundheit und dienen uns sogar als Heilmittel.

Ein Heilmittel ist übrigens ein Mittel welches den Körper in seinen Selbstheilungkräften unterstützt.

 

Die Therapieform der Gemmotherapie wurde von dem belgischen Arzt Dr. Pol Henry entdeckt, er nannte sie noch Phytoembryotherapie. Der französische Homöopath Dr. Max Tetau gab dieser Therapieform ihren heutigen Namen. Seit 1956 wurde sie in das französische Arzneibuch aufgenommen und 2011 in das europäischen, den homöopathischen Arzneimitteln zugeordnet.


Fotos: © Niseema Dorothea Broos

Wir können auf verschiedene Art und Weise die Kraft der heimischen Baumknospen für unsere Gesunderhaltung nutzen und sie in Form von Pflanzenauszügen so bereiten, dass sie uns  als Nahrungsergänzungsmittel und Heilmittel, welches auch unser Immunsystem stabilisiert zur Verfügung stehen.

Als Beispiel möchte ich die Knospen der Schwarzerle und der Hainbuche als akutes Erkältungsmittel erwähnen. Allerdings kommen da auch die Knospen der Wildrosen in Frage, die sich  wiederum als wunderbare Heilmittel für Kinder eignen, wenn eine Erkältung naht, das Immunsystem geschwächt ist und die Nase läuft oder verstopft ist. Die Knospen der Rosa canina wirken übrigens lindernd bei Migräne und helfen überhaupt bei Entzündungen der oberen Schleimhäute.

Bei kindlichen Wachstumsstörungen hat  das Gemmomazerat der Hänge- oder Weißbirke eine positive Wirkung. Während die Gemma der Moorbirke auf die Körper erwachsener und älterer Menschen wirken, wie bei degenerativen Prozessen des Knochensystems. Beide Gemmomazerate unterstützen die Reinigungs- und Regenerationsprozesse des Körpers.

Die jungen Wacholdertriebspitzen sind Meister der Reinigung über die Niere, Leber, Galle und wirken ausleitend.

Die Knospen der Sommerlinde schenken uns Ruhe sozusagen als Antistressmittel, so dass wir wieder besser schlafen können.

Die Knospen des Bergahorns und Feldahorn unterstützen die Funktion unserer Leber und Bauchspeicheldrüse, sie beugen der Arteriosklerose und Steinbildung vor.

Die Buchenknospen hat man in der Kosmetik als Antiagingmittel entdeckt, während uns die Knospen der Eiche Kraft und Stärke schenken.

Die Knospen der Schwarzen Johannisbeeren  wirken ausgleichend auf die Hormonproduktion der Hypophyse und der Nebennieren und gelten als ein Mittel was antiallergisch wirkt.

Die Haselnussknospen regen die Lymphe an und wirken wunderbar bei Problemen der oberen Luftwege und Bronchitis, die sich schon im chronischen Zustand befinden.

Die Ulmenknospen wirken positiv bei Hautproblemen und die Kastanienknospen als Venentonikum und schaffen Linderung bei Krampfadern und schweren, geschwollenen Beinen.

Die jungen Triebsprossen der Brombeere sind vorzügliche Mittel, um Osteoporose vorzubeugen, sie unterstützen den älteren Körper in seinem Knochenbau.

Und die Triebsprossen der Himbeere gelten als ein Frauenmittel bei Menstruationsbeschwerden und während der Wechseljahre.

 
Fotos: © Niseema Dorothea Broos

Die verschiedenen Knospenmittel sind auch als Sprühfläschchen in Apotheken zu kaufen. Um eine gute Aufnahme über die Schleimhäute zu gewährleiten gibt man mehrere Sprühstöße in der Regel dreimal täglich in den Mund.

Interessant sind aber auch die Möglichkeiten die verschiedenen Knospenmittel selber herzustellen. Dazu eignen sich Knospenauszüge aus Sole, Essig, Oxymel, Heilwässer, sowie die klassische Methode der Alkohol/Glycerin Gemmo Auszüge und ebenso Ölmazerate, um Salben herzustellen, wie die Schwarzpappelknospensalbe. Letztere wirkt bei schmerzenden Gelenken, ist wundheilend, entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd.

Man kann aber auch während eines erholsamen Spazierganges in der Natur die eine oder andere Knospe direkt vom Baum kosten.

Letztendlich ist aber diese Form der Therapie lediglich eine wiederentdeckte, denn unsere Vorfahren und ebenso Hildegard von Bingen wussten von diesen heilenden Geheimnissen unserer uns umgebenden Natur.

 

Gute Gesundheit wünscht Euch Eure Kräuterfrau
Niseema Dorothea Broos
Kräuterpädagogin Volksheilkunde