Schwarze Nieswurz   Christrose

Helleborus niger, Pflanzenfamilie der Hahnenfußgewächse - Ranunculaceae

 christrose auf meiner Fensterbank im Januar
Die Christrose, Schneerose oder Winterrose  copyright Niseema Dorothea Broos

gehört zu den magischen Pflanzen unserer keltischen und germanischen Vorfahren. Sie ist eine wundersame Pflanze, denn mitten im Winter, wenn sich alles Leben zurückzieht und zur Ruhe kommt, präsentiert sie sich  in ihrem schönsten Kleid. Eine weisse Blüte, etwas errötet öffnet sich mitten in der kalten und lichtärmsten Jahreszeit und versucht mit ihrem Honigduft immer noch Insekten anzulocken. Wenn ihr aber das nicht gelingt, weil es eben schon zu kalt ist, bestäubt sie sich einfach selbst. 

Die Nieswurz stellt wie das Efeu und die Herbstzeitlose  einfach die Jahreszeiten auf den Kopf. Und gerade diese Pflanzen kreieren starke Pflanzengifte.

Die Nieswurz enthält digitalis ähnliche Herzglykoside, die auf den Rhytmus des  Herzens einwirken. Sie enthält außerdem Saponine, die sehr stark schleimhautreizend wirken, Brechreiz hervorrufen und sehr stark abführend wirken. Sie kann tödlich giftig sein. 

Aber gerade diese Inhaltsstoffe machte sie zu einer wichtigen Arzneipflanze im Altertum. Denken wir an die Aussage von Paracelsus, die Dosis bestimmt ob es ein Heilmittel oder ein Gift ist.  

Die Kelten benutztem sie als Initiationspflanze und fertigten daraus Pfeilgifte und Lanzengifte für ihre Jagd. Als Gegengift benutzten sie die Eichenrinde. Außerdem diente ihnen diese Pflanze als Heilmittel für ihre Tiere. Aber auch Menschen wurden damit behandelt.

Sie war ein bekanntes Heilmittel im Mittelmeerraum. Man setzte sie als ein wertvolles Mittel zur Reinigung schlechter Säfte, gegen Schlangengifte, gegen Würmer und unsichtbaren Eindringlingen ein. Es wurde das trockene Wurzelpulver geschnupft und dann trat die gewünschte Wirkung ein, nämlich man mußte sehr stark niesen und vertrieb somit alle ungebetenen "Gäste". Daher der Name Nieswurz.  Aber leider ging die Behandlung eben nicht immer glimpflich ab und die Kuren führten oft zum Tod. 

In der Neuzeit beschäftigte sich Paracelsus mit der Helleborus nigra. Die schwarze Nieswurz müssse nur richtig angewandt werden, um ein Heilmittel zu sein. Diese Wurzel habe die Macht vier Krankheiten zu vertreiben.: die Fallsucht, die Gicht, den Schlag und die Wassersucht (Storl). Die Blätter seien  ein Elixier für ein langes Leben. So wurde aus den Blättern ein Heilmittel zur Lebensverlängerung geschaffen und tatsächlich sollen Menschen gelebt haben, die dabei weit über hundert Jahre alt wurden. 

Aber auch Dioskorides benutzte Helleborus gegen Gicht, Schwerhörigkeit, chronische Verstopfung und Krätze.

Wegen ihrer Giftigkeit wird allerdings die Pflanze heute nicht mehr benutzt.

Die Helleborus Arten lieben kalkhaltigen Boden  und kommen hier wild nur in den Alpen vor. Sie gehört zu den geschützten Wildpflanzen. Ansonsten wird sie in unseren Gärten kultiviert und erblüht in der Regel in milden Wintern schon zur Weihnachtszeit. Das hat ihr den Namen Christrose eingebracht.

Volksheilkunde

Die schwarze Nieswurz und ihre Schwestern sind Giftpflanzen und ich kann nur warnen, sie zu benutzen. Sie sind keine Heilpflanzen der Volksheilkunde und trotzdem möchte ich nicht achtlos an ihnen vorüber gehen, denn immerhin haben viele Menschen sie in ihren Gärten und außen auf ihren Fensterbänken stehen. Da möchte ich doch erzählen mit wem wir es zu tun haben.

Inhaltsstoffe: 

Steroidsaponine, Herzglykoside, Protoanemonine, Alkaloide

Herzliche Kräutergrüße eure Kräuterfrau
Niseema Dorothea Broos
Kräuterpädagogin® Volksheilkunde